Warum ist die richtige Kranauswahl wichtig?
Eine falsche Kranauswahl kann zu Arbeitsunfällen, Produktionsausfällen und unnötigen Kosten führen. Während ein unterdimensionierter Kran ein Sicherheitsrisiko darstellt, belastet ein überdimensionierter Kran das Budget unnötig.
1. Tragfähigkeit
Die Tragfähigkeit des Krans wird anhand des maximal zu hebenden Lastgewichts festgelegt. Zum Lastgewicht müssen zusätzlich das Gewicht von Haken, Anschlagmitteln und Traversen addiert werden. Als Sicherheitsfaktor gilt es als Industriestandard, eine Tragfähigkeit von mindestens 25 % über der geplanten Last zu wählen.
2. Hubhöhe
Wie hoch die Last über dem Boden angehoben werden muss, beeinflusst Krantyp und -modell direkt. In Innenanwendungen ist die Hallenhöhe der begrenzende Faktor.
3. Arbeitsbereich und Spannweite
Der vom Kran abzudeckende Arbeitsbereich ist anhand der Distanz zwischen Aufnahme- und Absetzpunkten der Last zu planen.
4. Einsatzhäufigkeit und Triebwerksgruppe
Wie viele Stunden pro Tag und Tage pro Woche der Kran arbeitet sowie die Anzahl der Lastspiele bestimmen die Triebwerksgruppe. Nach FEM-Norm erfolgt die Klassifizierung in A1 bis A8. Die Wahl einer zu niedrigen Klasse bei intensivem Einsatz führt zu vorzeitigem Verschleiß und Ausfällen.
5. Umgebungsbedingungen
Faktoren wie Innen- oder Außeneinsatz, Temperaturbereich, Luftfeuchtigkeit, Staub und korrosive Umgebung beeinflussen Werkstoff und Schutzart des Krans. In Chemieanlagen sollten Ex-Schutz-Ausführungen, in Lebensmittelbetrieben Edelstahl und im Freibereich verzinkte Konstruktionen bevorzugt werden.
6. Geschwindigkeitsanforderungen
Hub-, Katz- und Kranfahrgeschwindigkeiten müssen auf den Produktionstakt abgestimmt werden. Bei Anwendungen mit präziser Positionierung sind Frequenzumrichter-Antriebe unverzichtbar.
7. Energieversorgung
Die Stromversorgung erfolgt über Kabeltrommeln oder Schleifleitungssysteme. Die elektrische Infrastruktur der Anlage muss die Motorleistung des Krans abdecken können.
8. Sicherheitssysteme
Bei modernen Kranen gehören Überlastsicherung, Endschalter, Anti-Kollisions-Sensoren, Windmessgeräte und Not-Aus-Taster zur Standardausstattung der Sicherheitstechnik.
9. Wartung und Ersatzteile
Servicenetz, Verfügbarkeit der Ersatzteile und technischer Support des Kranherstellers wirken sich direkt auf die langfristigen Kosten aus.
10. Gesamtbetriebskosten
Der Anschaffungspreis darf nicht das alleinige Entscheidungskriterium sein. Installation, Schulung, Wartung, Energieverbrauch, Ersatzteile und periodische Inspektionen bilden zusammen die Gesamtbetriebskosten (Total Cost of Ownership).